Können sich Männer mit Scheidenpilz anstecken? Der Genitalpilz beim Mann

Scheidenpilz – eine Erkrankung, die ausschließlich Frauen betrifft? Die vaginale Pilzinfektion ist weit verbreitet: Acht von zehn Frauen erkranken mindestens einmal im Leben daran. Aber was haben Männer damit zu tun? Können auch Männer von Pilzinfektionen im Genitalbereich betroffen sein? Ja, Genitalpilz gibt es auch beim Mann – andere Bezeichnungen sind Penispilz oder Eichelpilz. Jedoch treten Pilzinfektionen im Bereich der Genitalien bei Männern wesentlich seltener auf als bei Frauen, nur etwa zwei von zehn Männern sind im Lauf ihres Lebens davon betroffen.

Auslöser für Genitalpilz beim Mann sind ebenso wie bei einer weiblichen Scheidenpilzinfektion Hefepilze. Dabei handelt es sich bei etwa 90 Prozent der Erkrankungen um die Art Candida albicans. Dieser Pilz ist auch bei gesunden Menschen Bestandteil der natürlichen Hautflora. Wenn diese jedoch aus dem Gleichgewicht gerät, kann sich der Hefepilz ungehemmt vermehren und die typischen Symptome einer Infektion verursachen.

Typische Anzeichen einer Infektion

Der Genitalpilz befällt beim Mann typischerweise Vorhaut und Eichel. Die Beschwerden sind denen einer weiblichen Pilzinfektion ähnlich. Zunächst röten sich die betroffenen Hautstellen. Zudem kann die Innenseite der Vorhaut anschwellen. Nach ein paar Tagen tritt starker Juckreiz auf, häufig begleitet von einem brennenden Schmerz, der sich beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr verschlimmert. Bei schwer verlaufenden Infektionen können sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf der Eichel bilden. Wenn diese Bläschen aufplatzen, nässt die Eichel. Unter der Vorhaut entstehen mitunter Ablagerungen von gräulichen oder weißen Substanzen, die Ähnlichkeiten mit dem weiblichen Ausfluss haben. In einigen Fällen können diese Beläge einen unangenehmen Geruch verbreiten.

Risikogruppen

Nicht jeder Mann, der mit Genitalpilzerregern in Kontakt kommt, erkrankt an einer Pilzinfektion. Es gibt aber zwei Personengruppen, die besonders anfällig sind: Männer mit Vorhautverengung und Männer mit geschwächter Immunabwehr. Da sich Hefepilze in einer warmen und feuchten Umgebung wohlfühlen, können sie sich im Normalfall nicht gut auf der Eichel vermehren. Aus diesem Grund tritt Genitalpilz beim Mann deutlich seltener auf als bei der Frau, in deren Scheide die Pilze ideale Wachstumsbedingungen vorfinden. Im Falle einer Vorhautverengung kann jedoch günstiges Klima für Pilze entstehen. Zusätzlich wird durch die Verengung die Reinigung erschwert. Männer, die oft an Genitalpilzinfektionen leiden, sollten unter Umständen über die Möglichkeit einer Beschneidung nachdenken. Auch Personen mit einem schwachen Immunsystem werden sehr leicht von Hefepilzen befallen. Hier sind vor allem Menschen mit anderen Grunderkrankungen - wie z.B. Diabetes –gefährdet.

Genitalpilz-Therapie beim Mann

Ebenso wie der Scheidenpilz wird der Genitalpilz beim Mann mit sogenannten Antimykotika behandelt. Diese Pilz bekämpfenden Medikamente sind in Tablettenform und als Zubereitungen zur äußerlichen Anwendung verfügbar.

Tabletten

Zur Therapie von Genitalpilzinfektionen beim Mann werden meist nur in schweren Fällen Tabletten eingesetzt - zum Beispiel, wenn die lokale Behandlung keinen Erfolg bringt. Bei den eingesetzten Wirkoffen handelt es sich um verschreibungspflichtige Substanzen.

Cremes

Cremes zur lokalen, äußerlichen Behandlung sind einfach anzuwenden und haben zudem weniger Nebenwirkungen. Ein bewährter Wirkstoff ist hierbei Clotrimazol.

Zusätzliche Maßnahmen

Der Heilungsprozess wird gefördert, indem Eichel und Vorhaut möglichst trocken gehalten werden. Diese Maßnahme ist besonders wichtig, wenn die Eichel nässt und kann zum Beispiel unter Verwendung kleiner Mullstreifen erfolgen. Handtücher sollten keinesfalls mit anderen Personen gemeinsam verwendet und außerdem täglich gewechselt werden. Letzteres gilt ebenso für Unterwäsche. Nach dem Tragen empfiehlt es sich, die Wäsche rasch in der Maschine bei mindestens 60 Grad zu waschen.

 

 

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