Frau lächelt und fasst sich an die Hüfte

Was ist Scheidenpilz?

Die gewöhnliche Hefepilzinfektion der Scheide ( „Scheidenpilz“) ist eine Art Entzündung der Vagina. Die Erkrankung ist unangenehm, aber Frauen, die eine Pilzinfektion im Intimbereich erkennen, können diese meist bequem und einfach zu Hause behandeln.

Sowohl Pilze als auch Bakterien sind natürliche Bestandteile der Scheidenflora. Unter bestimmten Umständen kann sich der Pilz Candida albicans vermehren und eine Vaginalmykose auslösen, etwa bei einer Schwäche des Immunsystems oder wenn die „guten Bakterien“ (Lactobazillen) den Pilz nicht unter Kontrolle halten können.

Es gibt Zeiten, in denen das Risiko an einer Scheidenpilz-Infektion zu erkranken, erhöht ist:

  • während einer Schwangerschaft

  • nach einer Antibiotika-Behandlung

  • bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

  • während der Monatsblutung

  • bei Einnahme oraler Kontrazeptiva

  • bei einer HIV-Infektion

2/3 aller Frauen sind betroffen

Eine Scheidenpilz-Infektion ist nichts Außergewöhnliches – immerhin sind etwa 75% aller Frauen zumindest einmal in ihrem Leben davon betroffen. Bei vielen Frauen tritt Scheidenpilz immer wieder auf.

Wenn Sie zum ersten Mal Symptome bei sich feststellen oder unsicher sind, suchen Sie einen Arzt auf. Scheidenpilz ist gut therapierbar. Meist tritt rasch nach Behandlungsbeginn eine Linderung der Symptome ein.

Scheidenpilz ist keine sexuell übertragbare Krankheit.

Scheidenpilz und Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt und beeinflusst den Körper. Infolgedessen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, Scheidenpilz zu bekommen. Wenn Sie Symptome von Scheidenpilz feststellen, während Sie schwanger sind oder stillen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine Behandlung beginnen.

Symptome

Scheidenpilz oder Vaginalmykose stellen die umgangssprachliche beziehungsweise medizinische Bezeichnung für eine weitverbreitete Hefepilzinfektion der Scheide dar. Eine Pilzinfektion der Scheide kann auftreten, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist. Dadurch können sich Hefepilze (Candida albicans) gut vermehren und eine Infektion verursachen. Scheidenpilz ist keine sexuell übertragbare Krankheit. Die Beschwerden können sehr unangenehm sein, aber in den meisten Fällen lässt sich die Erkrankung einfach behandeln. Eine vaginale Mykose kann viele unterschiedliche Beschwerden auslösen. Daher ist es möglich, dass Sie bei sich andere Symptome feststellen, als z.B. ihre Freundin beschreibt. Ebenso können Sie jedes Mal, wenn Sie von Scheidenpilz betroffen sind, andere Beschwerden verspüren. Achten Sie daher auf folgende häufige Symptome und deren Ausprägung:

Die meisten Frauen beschreiben folgende Symptome:

  • Jucken im Intimbereich
  • Wundsein im Bereich des Scheideneingangs (Vulva)
  • leichte Schwellung der Schamlippen (Labia)
  • weißer teilweise bröckeliger Ausfluss

Auch diese Symptome können auftreten:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Zähflüssiger Ausfluss

  • Gerötete und geschwollene Schamlippen

  • Brennen rund um den Scheideneingang

  • Schmerzen beim Wasserlassen

  • Entzündungen im Bereich der Scheide

  • Rissige Haut im Bereich des Scheideneingangs

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie:

  • zum ersten Mal an einer Scheidenpilz-Infektion erkranken

  • häufiger als viermal pro Jahr an einer Scheidenpilz-Infektion leiden

  • innerhalb von 4 Tagen keine Verbesserung der Symptome bemerken

  • schwanger sind oder stillen

  • jünger als 18 Jahre sind

  • an Fieber, Schmerzen im Unterleib, Schmerzen im Rücken und/oder Schulter, Übelkeit leiden

  • Blutungen aus der Scheide und/oder gleichzeitige Schmerzen in den Schultern haben.

  • übel riechenden oder ungewöhnlichen Ausfluss feststellen

  • schon einmal allergisch auf Arzneimittel gegen Scheidenpilz reagiert haben

Scheidenpilz oder bakterielle Vaginose?

Eine bakterielle Vaginose ist eine andere Form einer vaginalen Infektion, die häufig mit Scheidenpilz verwechselt wird. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen. Da sich die Behandlung von Scheidenpilz von der Behandlung einer bakteriellen Vaginose unterscheidet, ist es wichtig festzustellen, welche Infektion bei Ihnen vorliegt. Sollten Sie unsicher sein, um welche Infektion es sich bei Ihnen handelt, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/ Ihren Arzt.

Behandlung

Wer einmal eine Scheidenpilzinfektion durchgemacht hat, die von einer Frauenärztin /einem Frauenarzt diagnostiziert wurde, hat bereits erlebt, dass die Infektion im Normalfall sehr rasch und einfach zu behandeln ist. Viele Frauen sind immer wieder mit einer Vaginalpilz-Infektion konfrontiert. Wenn Sie die Symptome mit Sicherheit wiedererkennen, können Sie die Infektion mit Medikamenten wie Canesten® Clotrimazol (Vaginaltabletten/ Weichkapsel zur vaginalen Anwendung & Creme), die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, selbst behandeln. Fragen Sie Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker. Beginnen Sie so früh wie möglich mit der Therapie, da sich ein Scheidenpilz relativ schnell weiterentwickelt. Auch wenn die Selbstbehandlung meist sehr einfach möglich ist, sollten Sie in folgenden Fällen unbedingt eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.

Können die Symptome von selbst wieder verschwinden?

NEIN – Pilze verschwinden in der Regel nicht von selbst. Spontane Heilungen sind sehr selten. Meist haben die Beschwerden nach etwa drei Tagen ihren Höhepunkt erreicht. Abwarten nützt nichts – die Symptome werden im Normalfall nicht von selbst besser. Beginnen Sie lieber rasch mit der richtigen Behandlung. Medikamente zur wirksamen Pilzbekämpfung wie Canesten® Clotrimazol Vaginaltabletten/Weichkapsel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Es gibt keinen Grund unnötig lange unter den lästigen Symptomen zu leiden, die die Lebensqualität in den meisten Fällen massiv beeinträchtigen. Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker.

 

Wie funktioniert die Therapie mit Canesten® Clotrimazol Vaginaltabletten?

Clotrimazol heißt der Wirkstoff, mit dem Sie eine Scheidenpilz-Infektion selbst behandeln können. Die Substanz hemmt das Wachstum sowie die Vermehrung der Pilze und tötet die Pilzzellen ab. Der Wirkstoff Clotrimazol steht in Apotheken in Form rezeptfreier Medikamente z.B. Canesten® Clotrimazol 0,5 g Weichkapsel zur vaginalen Anwendung oder Canesten® Clotrimazol Gyn 3 Tage - Kombi zur Verfügung. Neben dem Wirkstoff Clotrimazol enthalten Vaginaltabletten von Canesten® Clotrimazol den Hilfsstoff Milchsäure zur Unterstützung des natürlich sauren Scheidenmilieus.
Welches der Canesten® Clotrimazol Produkte jeweils am besten geeignet ist, hängt in erster Linie von persönlichen Faktoren und Präferenzen ab. Ihre Apothekerin/Ihr Apotheker oder Ihre Ärztin/Ihr Arzt berät Sie gerne bei der Wahl des für Sie am besten geeigneten Produktes.
Canesten® Clotrimazol Vaginaltabletten/Weichkapsel dienen zur vaginalen Behandlung der Infektion. Sie dürfen nicht oral eingenommen werden!

Sollte auch der Partner behandelt werden?

Die Pilze können beim Geschlechtsverkehr auf das männliche Glied übertragen werden, nur die wenigsten Männer leiden allerdings unter den Symptomen. Männer sind sich der Infektion deshalb selten bewusst. Nach erfolgreicher Behandlung der Frau können die Pilzsporen somit beim Geschlechtsverkehr vom männlichen Glied wieder in die Scheide übertragen werden und die nächste Scheidenpilz-Infektion auslösen. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll, dass der Partner sein Glied ebenfalls mit einem Anti-Pilz-Medikament wie der Canesten® Clotrimazol Creme behandelt. Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt bzw. Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker und lesen Sie die Packungsbeilage.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie:

  • zum ersten Mal an einer Scheidenpilz-Infektion erkranken

  • häufiger als viermal pro Jahr an einer Scheidenpilz-Infektion leiden

  • innerhalb von 4 Tagen keine Verbesserung der Symptome bemerken

  • schwanger sind oder stillen

  • jünger als 18 Jahre sind

  • an Fieber, Schmerzen im Unterleib, Schmerzen im Rücken und/oder Schulter, Übelkeit leiden

  • Blutungen aus der Scheide und/oder gleichzeitige Schmerzen in den Schultern haben.

  • übel riechenden oder ungewöhnlichen Ausfluss feststellen

  • schon einmal allergisch auf Arzneimittel gegen Scheidenpilz reagiert haben

 

Wie behandle ich Scheidenpilz in der Schwangerschaft?

Wenn Sie während einer Schwangerschaft Symptome einer Pilzinfektion bemerken, sollten Sie unbedingt Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Vorbeugung

Eine gesunde Scheidenflora ist der Schlüssel zur Vorbeugung von Scheidenpilz-Infektionen!

Hier einige wertvolle Tipps:

  • Verwenden Sie zur Intimhygiene ausschließlich Wasser und eine milde, seifenfreie Intimwaschlotion mit einem physiologischen pH-Wert. Parfümierte Seifen und Badzusätze können den Säureschutzmantel angreifen.

  • Vermeiden Sie die Anwendung von Intimsprays/Intimdeos – diese reizen die Haut nur unnötig.

  • Nach dem Toilettengang von „vorne“ nach „hinten“ wischen. So vermeiden Sie das Verschleppen von Darmpilzen in den Scheidenbereich.

  • Auch übertriebene Hygiene kann Pilzinfektionen fördern, da sie den Abwehrmechanismus der Haut schwächt. Verzichten Sie bei erhöhtem Pilzrisiko auf zu lange und zu heiße Bäder.

  • Pilze ernähren sich hauptsächlich von Zucker. Frauen, die zu Pilzinfektionen neigen, sollten daher zuckerhaltige Lebensmittel nur in Maßen genießen.

  • Tragen Sie Unterwäsche aus Baumwolle und verzichten Sie auf enge synthetische Stoffe.

  • Waschen Sie Ihre Wäsche bei mindestens 60°C und/oder verwenden Sie geeignete Produkte zur Desinfektion der Wäsche, um eine erneute Infektion zu verhindern.

Scheidenpilz bei Kindern

Die vaginale Pilzinfektion zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen. Drei von vier Frauen sind mindestens einmal in ihrem Leben von Scheidenpilz betroffen. Aber auch Kinder können bereits von den unangenehmen Symptomen wie Jucken im Intimbereich, bröckeligem Ausfluss und brennenden Schmerzen beim Wasserlassen geplagt werden. Denn Scheidenpilz kommt in seltenen Fällen auch bei Kindern vor.

Scheidenpilz betrifft nicht nur erwachsene Frauen

Eine Pilzinfektion der Scheide wird meist durch Hefepilze der Gattung Candida albicans verursacht. Jedoch bedeutet die bloße Anwesenheit der Pilze nicht zwingend, dass sich auch Symptome entwickeln. Eine Scheidenpilzinfektion bildet sich dann aus, wenn sich die Pilze unkontrolliert vermehren können. Normalerweise herrschen in der Scheide Bedingungen vor, die das Wachstum von krankmachenden Bakterien und Pilzen hemmen. Man nimmt an, dass etwa 40 % der Menschen ständig Pilze im Körper tragen, ohne krank zu sein. Darunter sind ca. 20-30% der nicht schwangeren Frauen, die geringe Mengen des Pilzes in der Vagina tragen, aber dennoch keine Symptome einer Pilzinfektion entwickeln. Wird das mikrobiologische Gleichgewicht der Scheidenflora jedoch gestört, können Infektionen auftreten. Wenn Kinder an Scheidenpilz erkranken, ist dies keinesfalls ein Zeichen mangelnder Hygiene, sondern es bedeutet, dass die körpereigene Abwehr nicht stark genug war, um das Pilzwachstum einzudämmen. Eine allzu intensive Intimhygiene bewirkt sogar das Gegenteil und erhöht das Risiko einer Scheidenpilzinfektion, da Seifen und parfümierte Kosmetika den natürlichen Säureschutzmantel der Scheide angreifen und schwächen.

Risikogruppen und Übertragungsweg

Im Allgemeinen kommt Scheidenpilz bei Kindern eher selten vor. Er tritt vorrangig in zwei Altersgruppen auf:

 

Säuglinge und Kleinkinder

Wenn Säuglinge kurze Zeit nach der Geburt Symptome einer Scheidenpilzinfektion zeigen, haben sie sich mit größter Wahrscheinlichkeit während dem Geburtsvorgang bei der Mutter infiziert. Heute weiß man, dass eine hohe Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen im Körper eine vaginale Pilzinfektion begünstigt. Tatsächlich steigt bei Schwangeren im letzten Drittel der Schwangerschaft der Anteil der betroffenen Frauen auf deutlich über 30 % an. In ungünstigen Fällen können die Pilzerreger von der Mutter auf die Tochter übertragen werden und eine Pilzinfektion verursachen. Darüber hinaus kann Scheidenpilz bei sehr jungen Kindern auch durch Pilze, die aus dem Darm in die Scheide gelangen, ausgelöst werden. Das Risiko für diese Art der Ansteckung ist vor allem gegeben, solange Kinder noch gewickelt werden (Windeldermatitis).

 

Mädchen in der Vorpubertät

Etwa um das 10. Lebensjahr herum beginnen Mädchen eigene Geschlechtshormone zu produzieren. Diese Umstellung nimmt auch Einfluss auf die Scheidenflora. Deswegen treten Scheidenpilzinfektionen bei Kindern erst mit Beginn der Pubertät häufiger auf.

 

Maßnahmen

Bei Mädchen und jungen Erwachsenen sollte eine Behandlung mit solchen Medikamenten nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Wie bei Erwachsenen erfolgt die Therapie einer Scheidenpilzinfektion auch bei Kindern mit einem antimykotischen Medikament, vorzugsweise einer Creme. Der Wirkstoff Clotrimazol hat sich hierbei gut bewährt.

"Mama, es juckt und brennt"

Beim Thema Scheidenpilz denken die meisten in erster Linie an erwachsene Frauen, denn Scheidenpilz zählt zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen überhaupt. Dass Kinder genauso von Pilzinfektionen der Scheide betroffen sein können, ist vielen nicht bewusst. Ja, Scheidenpilz kommt auch bei Kindern vor, jedoch viel seltener als bei Erwachsenen. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sowie Mädchen in der Vorpubertät haben ein erhöhtes Risiko eine Scheidenpilzinfektion zu entwickeln. Wenn Neugeborene Scheidenpilzsymptome zeigen, haben sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Geburt mit den Pilzerregern infiziert. Denn über 30% aller schwangeren Frauen tragen den Hefepilz im Körper, aber nur bei einem sehr geringen Teil prägt sich die Infektion voll aus. Bei Kleinkindern können Pilze aus dem Darm über die Windel in die Scheide gelangen (Windeldermatitis). In der Vorpubertät, also etwa ab dem 10. Lebensjahr, setzt bei Mädchen die Produktion eigener Geschlechtshormone (Östrogene) ein. Durch diese hormonellen Veränderungen kann das Gleichgewicht der Scheidenflora beeinträchtigt werden, wodurch ebenfalls ein pilzbegünstigendes Klima entstehen kann.

Wie kann ich meinem Kind das Thema Scheidenpilz erklären?

Wenn Ihre Tochter alt genug ist, um die Symptome einer Pilzinfektion bewusst wahrzunehmen, wird sie fragen, woher diese Veränderungen kommen und was mit ihr los ist. Kinder wissen schon sehr früh, dass der Intimbereich etwas „Privates“ ist und scheuen sich möglicherweise darüber zu sprechen. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie möglichst offen und unverkrampft an dieses Thema herangehen. Die folgenden Informationen können beim Gespräch über Scheidenpilz hilfreich sein.

1. Woher kommt Scheidenpilz?

Auslöser einer Pilzinfektion der Scheide sind winzige Hefepilze, die entfernt verwandt mit der Bäckerhefe sind. Auch viele gesunde Menschen tragen diese Pilze im Körper, aber im Normalfall kann der menschliche Organismus ihr Wachstum kontrollieren. Wenn der Körper aber aus dem natürlichen Gleichgewicht gerät, können sich die Hefepilze mitunter stark vermehren und eine Infektion verursachen. Ursachen dafür können beispielsweise hormonelle Veränderungen während der Pubertät oder eine nach längerer Antibiotika-Therapie geschwächte Immunabwehr sein.

2. Für Scheidenpilz muss man sich nicht schämen

Eine Scheidenpilzinfektion ist kein Anzeichen mangelnder Hygiene, d.h. man erkrankt nicht an Scheidenpilz, weil man sich nicht richtig wäscht. Im Gegenteil: Wenn die Reinigung des Intimbereichs übertrieben wird, gerät die natürliche Scheidenflora aus dem Gleichgewicht und das Risiko eine Pilzinfektion zu erleiden steigt. Insbesondere parfüm- und seifenhaltige Waschlotionen können die Mikroflora der Scheide angreifen. Falls Ihre Tochter schon älter und sexuell aufgeklärt ist, können Sie auch erklären, dass Scheidenpilz keine Geschlechtskrankheit ist. Geschlechtsverkehr spielt bei der Ansteckung eine sehr untergeordnete Rolle. Viele Frauen entwickeln eine Pilzinfektion auch ohne Sexualkontakte.

3. Scheidenpilz – eine häufige Erkrankung

Ungefähr drei Viertel aller Frauen erkranken mindestens einmal im Leben an Scheidenpilz. Jede fünfte Frau erlebt sogar mehrere Infektionen im Jahr. Damit zählt Scheidenpilz zu den häufigsten gynäkologischen Krankheiten überhaupt. Somit kann wirklich jede Frau betroffen sein, möglicherweise auch schon im Kindesalter.

4. Scheidenpilz – unangenehm, aber nicht gefährlich

Obwohl eine Scheidenpilzinfektion äußerst unangenehm ist, handelt es sich dabei um keine gefährliche Erkrankung. Sie müssen nicht besorgt sein, denn es gibt heute sehr gut wirksame Medikamente zur Behandlung von vaginalen Pilzinfektionen, die innerhalb weniger Tage zu einer Linderung der Beschwerden führen.

5. Wie wird Scheidenpilz behandelt?

Es gibt spezielle Medikamente, die die übermäßige Ausbreitung der Pilzerreger hemmen. Sie bewirken, dass sich die Hefepilze nicht mehr vermehren können. Innerhalb weniger Tage klingt so in der Regel die Infektion wieder ab. Bevor jedoch mit der Behandlung begonnen wird, sollten sie mit ihrem Kind einen Arzt aufsuchen, um die Pilzinfektion zu bestätigen und andere Erkrankungen auszuschließen. Bei Kindern reicht meist die Anwendung einer Creme im äußeren Genitalbereich. Sofern Ihre Tochter alt genug ist, kann sie die Creme auch selbstständig auftragen.

6. Wie kann man erneute Infektionen vermeiden?

Folgende vorbeugende Maßnahmen können Ihrer Tochter helfen, zukünftige Scheidenpilzinfektionen zu vermeiden:

  • Nasse Badebekleidung sofort nach dem Baden wechseln
  • bei starkem Schwitzen frische Unterwäsche anziehen
  • Unterwäsche aus Baumwolle statt aus synthetischen Materialien tragen

Dadurch kann sowohl das feucht-warme Klima, in dem sich die Pilze besonders wohlfühlen, vermieden als auch der Kontakt mit fremden Erregern reduziert werden.

Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Scheidenpilzinfektionen (Vaginalmykosen) sind unter Frauen sehr weit verbreitet. In den meisten Fällen ist der Hefepilz Candida albicans Auslöser dieser Erkrankung. Scheidenpilz ist grundsätzlich eine harmlose Krankheit, die damit verbundenen Symptome sind aber äußerst unangenehm und können das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Eine Vaginalmykose kann im Normalfall vollkommen unkompliziert mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke selbstständig behandelt werden. Tritt Scheidenpilz allerdings während der Schwangerschaft auf, ist von einer Selbstbehandlung in jedem Fall abzuraten. Wenn Sie ein Kind erwarten und eine vaginale Pilzinfektion bei sich vermuten, sollten Sie unbedingt Ihre/n Gynäkologin/Gynäkologen aufsuchen.

Ursachen und Symptome

Während der Schwangerschaft ist die Entstehung von Scheidenpilz begünstigt, weswegen viele Schwangere Bekanntschaft mit einer Pilzinfektion machen. Durch Umstellungen im Hormonhaushalt verändert sich die Zusammensetzung der Vaginalflora und folglich können sich Hefepilze stärker vermehren. Wenn Sie an einem oder mehreren der folgenden Symptome leiden, haben Sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit mit Scheidenpilz infiziert:

  • anhaltend starker Juckreiz im Genitalbereich

  • gerötete und gereizte Schleimhaut

  • leicht geschwollene Schamlippen

  • weißlich-gelber Ausfluss mit bröckliger Konsistenz

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen

Eine Vaginalmykose in der Schwangerschaft stellt keinen Grund zur Panik dar. Dennoch sollten Sie unbedingt eine/n Frauenärztin/Frauenarzt aufsuchen, wenn Sie vermuten, an Vaginalpilz erkrankt zu sein. Da die natürliche Hautbarriere im Intimbereich stark beeinträchtigt wird, können auch andere Keime leichter in die Scheidenschleimhaut eindringen. Außerdem kann eine Pilzinfektion während der Schwangerschaft auch Konsequenzen für das Kind nach sich ziehen.

Vaginalpilz während der Geburt

Wird die Scheidenpilzinfektion nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass sich das Kind während dem Geburtsvorgang mit den Pilzerregern ansteckt. Der Hefepilz wird im Geburtskanal von der Mutter auf das Kind übertragen und löst eine Pilzerkrankung beim Neugeborenen aus, die sich als Soor im Mundbereich oder als Candidose im Windelbereich äußern kann. Obwohl beide Hauterkrankungen harmlos sind, leidet Ihr Baby unter den dadurch verursachten unangenehmen Symptomen.

Behandlung von Scheidenpilz in der Schwangerschaft

Glücklicherweise lässt sich Scheidenpilz auch bei schwangeren Frauen unkompliziert behandeln. Sollten Sie schwanger sein und Symptome entdecken, die auf Scheidenpilz hinweisen, sollten sie umgehend ihre/n Ärztin/Arzt aufsuchen, um die geeignete Therapie zu besprechen.

Scheidenpilz in der Stillzeit

Bei etwa 30 Prozent der schwangeren Frauen kann im letzten Drittel der Schwangerschaft der Hefepilz Candida albicansin der Scheide nachgewiesen werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit muss eine Scheidenpilzinfektion mit besonderer Vorsicht behandelt werden, um die Gesundheit des Kindes nicht in Gefahr zu bringen. Dennoch muss die Infektion bekämpft werden, damit sie sich nicht ausbreitet und die Symptome gelindert werden. Dabei muss aber besonders auf das Wohl des Kindes Acht gegeben werden.

Scheidenpilz in der Stillzeit nicht einfach selbst behandeln

Obwohl in der Apotheke rezeptfreie Medikamente zur Behandlung einer vaginalen Pilzinfektion erhältlich sind, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn Sie während der Stillzeit an Scheidenpilz erkranken. Dieser wird nach der Abklärung der Beschwerden über den Einsatz eines lokal wirksamen Antimykotikums zur Therapie entscheiden.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen

Jede Mutter will nur das Beste für Ihr Kind. Während einer Scheidenpilzinfektion können sie durch bestimmte Maßnahmen im Alltag gegen die Erkrankung vorgehen und gleichzeitig die Ansteckungsgefahr für Ihr Kind senken. Waschen Sie sich vor und nach der Anwendung eines pilzbekämpfenden Medikaments gründlich die Hände. Tun Sie dies auch, bevor Sie Ihr Kind in die Arme nehmen. Dadurch dämmen Sie die Gefahr einer Übertragung der krankmachenden Keime ein. Verwenden Sie zur Reinigung Ihres Intimbereichs nur milde Mittel und achten Sie bei jedem Toilettengang auf ein gewissenhaftes Säubern von „vorne“ nach „hinten“. Gleiches gilt auch für Ihr Kind! Tragen Sie luftige, atmungsaktive Kleidung und verwenden Sie luftdurchlässige Windeln für Ihr Neugeborenes, um die Entstehung eines pilzbegünstigenden Klimas zu vermeiden. Eine ausgewogene, vollwertige Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem und in Folge können die Erreger viel effektiver bekämpft werden. Außerdem gelangen Vitamine und Mineralstoffe in die Muttermilch und tragen zur gesunden Entwicklung Ihres Kindes bei.